Gestapo-Leitstelle Münster
Münster: Gestapo-Leitstelle Orte der Polizeigeschichte
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Die Staatspolizeileitstelle in Münster war für die Überwachung und Verfolgung politischer Gegner des NS-Regimes zunächst in Münsterland, später auch in Ostwestfalen zuständig; die ursprünglich eigenständige Staatspolizeileitstelle in Bielefeld wurde 1941 als Außenstelle der Leitstelle in Münster unterstellt. Die Gestapo war ab 1941 insbesondere für die Deportation der jüdischen Bevölkerung verantwortlich, die bereits zuvor zwangsweise in die sogenannten „Judenhäuser“ eingewiesen und dort konzentriert gewesen war.
Am 30. Oktober 1941 ordnete die Gestapoleitstelle in Münster an, dass alle Juden in ihrem Zuständigkeitsbereich bis zum 8. November registriert werden sollten. Am 18. November 1941 informierte Dr. Gerhard Bast, stellvertretender Leiter der Staatspolizeileitstelle Münster, die Oberbürgermeister und die Bezirksbeauftragten über die geplante Deportation von Münster nach Riga. 390 Jüdinnen und Juden aus dem Münsterland wurden am 13. Dezember 1941 mit einem Deportationszug vom Güterbahnhof Münster in das Ghetto Riga verschleppt, nachdem sie zuvor drei Tage lang im Sammellager – der Gaststätte “Gertrudenhof”– festgehalten worden waren. Die Aufstellung der Begleitkommandos erfolgte über den Befehlshaber der Ordnungspolizei im Wehrkreis VI, der wenige hundert Meter vom „Gertrudenhof“ in der Villa ten Hompel seinen Dienstsitz hatte. Es folgten weitere Transporte in Ghettos und Vernichtungslager in Riga, Theresienstadt und Auschwitz.
Ab 1944 nutzte die Gestapo das Gebäude des ehemaligen Zuchthauses (Zwinger) als Polizeigefängnis. Im Innenhof des Zwingers führte sie im Herbst und Sommer 1944 Exekutionen von Gefangenen durch; noch kurz vor Kriegsende, im März 1945, wurden hier 17 sowjetische Häftlinge erschossen.
Dr. Gerhard Bast (1911 – 1947) war ein österreichischer Jurist, der bereits 1931 der NSDAP und der SS beitrat und nach dem Anschluss Österreichs Mitarbeiter der Gestapo wurde. Ab Frühjahr 1940 war er Leiter der Abteilung „Gegnerforschung und -bekämpfung“ bei der Staatspolizeistelle Graz, wechselte 1940 zur Staatspolizeistelle Koblenz und 1941 (als kommissarischer Leiter) zur Staatspolizeileitstelle Linz. Ab Juli 1941 wurde Gerhard Bast stellvertretender Leiter der Staatspolizeistelle in Münster. In dieser Funktion war er maßgeblich an der Deportation von Juden aus dem Münsterland beteiligt. Ein ehemaliger Gestapo-Beamter sagte nach dem Krieg vor dem Untersuchungsrichter aus, dass Bast an fast sämtlichen Hinrichtungen teilgenommen und diese auch geleitet habe.
Von November bis Dezember 1942 wurde Gerhard Bast im Rang eines SS-Sturmbahnführers zur Einsatzgruppe D der Sicherheitspolizei und des SD abgeordnet, wo er die Leitung des Sonderkommandos 11a übernahm. Dieses Sonderkommando – eine mobile Exekutionseinheit – war erst in der Südukraine und auf der Krim im „Einsatz“ und folgte dann der Heeresgruppe A auf ihrem Vormarsch in den Kaukasus. Es war, wie auch andere Sonderkommandos, für die Ermordung der jüdischen Bevölkerung in den besetzten Gebieten verantwortlich.
Nach einer erneuten Leitungstätigkeit bei der Gestapo in Linz folgten im Juni 1944 Basts Abordnung zum Befehlshaber der Sicherheitspolizei in Minsk und seine Ernennung zum Führer des Sonderkommandos 7a der Einsatzgruppe B. Im November 1944 wurde das Sonderkommando in die Slowakei abkommandiert, wo es der Einsatzgruppe H mit Sitz in Bratislava unterstellt wurde und gegen slowakische Aufständische vorgehen sollte. Im März 1945 wurde dieses Sonderkommando aufgelöst.
Nach dem Kriegsende tauchte Gerhard Bast, der als Kriegsverbrecher auf Fahndungslisten stand, unter falschem Namen im italienisch-österreichischen Grenzgebiet unter. Anfang März 1947 wurde er beim Versuch, aus Italien über den Brenner nach Österreich zu gelangen, von einem Schlepper ermordet. Dort wurde seine Leiche in einem verlassenen Bunker aufgefunden.
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Ehemalige Gestapo-Leitstelle Münster
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