Aufnahme des Polizeipräsidiums Düsseldorf aus dem Jahr 1940.

Polizeipräsidium Düsseldorf

Düsseldorf: Polizeipräsidium Orte der Polizeigeschichte

Daten und Fakten

Aufnahme einer Metalltafel.
Metalltafel

Der Bau des Düsseldorfer Polizeipräsidiums reicht ins Jahr 1933 zurück. Nachdem die vormalige Polizeiliegenschaft in der Mühlenstraße zu klein geworden war, wurde bereits 1926 nach einem geeigneten Platz für eine neue Baulichkeit Ausschau gehalten, die zum einen das Polizeipräsidium und zum anderen das Landesfinanzamt aufnehmen sollte.

  • Schließlich bekam ein Grundstück den Zuschlag, auf dem bisher eine alte Husarenkaserne gestanden hatte. Dieser Platz trug – beruhend auf seiner vorherigen militärischen Nutzung – den Namen Kavallerieplatz, der erst nach dem 2. Weltkrieg in Jürgensplatz umbenannt wurde.
     
  • Das Präsidium war zwar bereits 1931 im Rohbau erstellt worden, allerdings mussten die Bauarbeiten wegen der Wirtschaftskrise vorübergehend eingestellt werden. Am 28. November 1933 war es dann aber doch soweit. Unter Teilnahme zahlreicher Honoratioren und einer Ehrenformation der Schutzpolizei und den Klängen des Polizeimusikkorps wurde das neue Präsidium feierlich eingeweiht.
     
  • Nach und nach zogen in die neuen Räumlichkeiten die Mitarbeiter einer inzwischen nach dem Geschmack der Nationalsozialisten gefügig gemachten Polizei ein. Als unübersehbares Symbol für jeden Bürger, der im Präsidium zu tun hatte, prangte auf dem Fliesenboden des großen Foyers ein Reichsadler mit einem Hakenkreuz. Büsten von Hitler und Göring „schmückten“ diverse Räumlichkeiten wie etwa den großen „Preußensaal“.
     
  • Schon im April 1933, also noch vor der offiziellen Einweihung des Präsidiums, hatte das Polizeigefängnis in dieser Liegenschaft zur Gefangennahme und Misshandlung von Kommunisten und anderen vom Regime ungeliebten Mitmenschen gedient. Im Rahmen des November-Progroms gegen die jüdische Bevölkerung füllte sich das Polizeigefängnis wiederum – dieses mal mit 141 Düsseldorfer Juden, die in diesem Gebäude ebenfalls nichts Gutes zu erwarten hatten.
     
  • Von den verheerenden Fliegerangriffen der Alliierten während des 2. Weltkriegs blieb das Präsidium weitgehend verschont, sieht man von der Explosion einer 500-Kilobombe in der Nähe ab, die jedoch, da sie hinter einem Erdwall niederging, nur überschaubaren Schaden an der Verglasung des Komplexes und an der Wohnung des Polizeipräsidenten anrichtete. In den letzten Tagen des Krieges kam es im Präsidium dann noch einmal zu einem dramatischen Geschehen, als eine Widerstands-gruppe um den Kommandeur der Schutzpolizei, Franz Jürgens, im Rahmen der Aktion „Rheinland“ den letzten Nazi-Polizeipräsidenten Alfred Korreng festnahm. Bevor die bereits auf Düsseldorf vorgerückten amerikanischen Besatzungstruppen helfen konnten, war jedoch an Jürgens und seiner Gruppe Verrat geübt worden und er und vier seine Mitstreiter waren noch eilig von den Nationalsozialisten hingerichtet worden. Jürgens wurde so aber später Namensgeber des Platzes, an dem sich das Präsidium befand.
     
  • Aus einer Projektgruppe, deren Arbeit in die Zeit vor 2000 zurückreicht und die sich mit der Geschichte des Polizeipräsidiums befasste, entstand 2004 der Verein „Geschichte am Jürgensplatz e. V.“, der im Kellergeschoß des Präsidiums eine Dauerausstellung zur Behördengeschichte aufbaute. Aktueller Vorsitzender des Vereins ist Michael Dybowski, der zunächst in Essen und später in Düsseldorf Polizeipräsident war.
     
  • Seit einigen Jahren befindet sich das Polizeipräsidium im Umbau, sodass derzeit eine Besichtigung der polizeigeschichtlichen Ausstellung nicht möglich ist. Die Exponate der Ausstellung sind eingelagert, die Ausstellung selbst wird erst nach Abschluss der Bauarbeiten wieder aufgebaut werden. Der Zeitpunkt ist noch nicht bekannt.

Fotos

  • Aufnahme des Polizeipräsidiums Düsseldorf aus dem Jahr 1940.
    Außenansicht (1940)
  • Der Gewahrsamstrakt des Polizeipräsidiums Düsseldorf in den 1950er Jahren.
    Gewahrsamstrakt (1950er Jahre)
  • Vorplatz des Polizeipräsidiums Düsseldorf in den 1980er Jahren.
    Vorplatz (1980er Jahre)
  • Bildder der Männer des Widerstands gegen das Nazi-Regime.
    Widerstand gegen das Nazi-Regime
  • Empfangshalle des Polizeipräsidiums Düsseldorf mit Mosaikboden aus nationalsozialistischer Zeit.
    Empfangshalle mit Mosaikboden

Kontakt

Polizeipräsidium Düsseldorf

Jürgensplatz 5-7
40219 Düsseldorf

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