Blick auf die Hinrichtungsstätte und die Leichenfundstelle im Essener Grugapark im Jahr 2021.

Montagsloch Essen

Essen: Montagsloch Orte der Polizeigeschichte

Daten und Fakten

Von den Alliierten befohlene Exhumierung von Leichen im Montagsloch durch Essener Bürger im Jahr 1945.
Exhumierung von Leichen (1945)

Ende Februar 1945 saßen im hoffnungslos überfüllten Essener Polizeigefängnis 38 Zwangsarbeiter aus der Sowjetunion ein. Angesichts der vorrückenden alliierten Truppen, die einen Ort nach dem anderen vom Nazi-Regime befreiten, forderte der damalige Polizeipräsident Henze vom Leiter der Gestapo-Außenstelle Essen, Kriminalrat Peter Nohles, eine „Lösung des Problems“ ein.

  • Die Gefangenen stellten als potenzielle Zeugen der nationalsozialistischen Untaten eine Gefahr für das Regime und seiner Helfer in der NSDAP und der Polizei dar. Infolge der Forderung Henzes formierten sich der Leiter der Düsseldorfer Gestapo-Leitstelle, Oberregierungsrat Hans Henschke, sein Stellvertreter Regierungsrat Dr. Keil sowie Nohles zu einem Standgericht und verurteilten 35 der im Gefängnis sitzenden Russen kurzerhand zum Tode durch Erschießen. Die Vollstreckung der Erschießungen wurde Kriminalrat Nohles übertragen.
     
  • Am 12. März 1945 und in den drauffolgenden Tagen wurden die Exekutionen der Menschen vorgenommen. Als Ort wurde das so genannte „Montagsloch“, ein Areal zwischen der Lührmann-Straße und der Gruga, ausgewählt. Ein Kommando aus Gestapo- und sonstigen Polizeibeamten sorgte für eine weiträumige Absperrung des Geländes, ein zweites Kommando war für den Transport der Gefangenen zum Montagsloch zuständig. Eine weitere Gruppe von Gestapo-Beamten führte schließlich die Erschießungen der Gefangenen durch, deren Hände mit Fernsprechkabeln auf den Rücken gefesselt waren. Eine Hinzuziehung eines Arztes zur Feststellung des Todes wurde für verzichtbar gehalten. Alle Gefangenen starben schließlich durch die Schüsse der Polizeibeamten.
     
  • Die Hinrichtungsstätte, an der kurz darauf von den Alliierten auch die vergrabenen Leichen der Opfer gefunden wurden, liegt auf dem heutigen Gelände des weitläufigen Grugaparks. Lediglich ein Gedenkstein mit einer beschrifteten Bronzetafel erinnert an dem Ort, an dem 35 unschuldigen Menschen gewaltsam der Tod durch Polizeibeamte zugefügt wurde. Die Besichtigung der Gedenkstätte ist jedem Besucher des Grugaparks ohne weiteres möglich. Die Lage der Gedenkstätte muss an der Kasse des Parks erfragt werden.

Fotos

Blick auf die Hinrichtungsstätte und die Leichenfundstelle im Essener Grugapark im Jahr 2021.
Hinrichtungsstätte (2021)
Aufnahme der Gedenktafel für die hingerichteten Zwangsarbeiter aus dem Jahr 2021.
Gedenktafel (2021)

Kontakt

Grugapark

Messeplatz 1a
45131 Essen

Website