Zeit für EinsatzlehreNeues Videotutorial-Format
Metadaten
- Stefan Kahl
- VIMP,
- E-Learning

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Im Rahmen eines Pilotprojekts zur digitalen Unterstützung der Lehre und des Selbststudiums sind insgesamt neun Videotutorials für das Fach Einsatzlehre entstanden
Die Tutorialreihe vermittelt den polizeilichen Planungs- und Entscheidungsprozess für den Einsatz im Sinne der Polizeidienstvorschrift (PDV) 100 praxisnah und Schritt für Schritt – von der ersten Informationsgewinnung bis hin zur konkreten Einsatzentscheidung.
Ausgehend von einem realistischen Einsatzszenario („verdächtige Person“) lernen die Studierenden zunächst, Informationen strukturiert zu erfassen und zu einem Lagebild zusammenzuführen. Darauf aufbauend wird die Beurteilung der Lage systematisch erklärt. Die Folgen drei bis fünf vertiefen dabei die Beurteilung des Lagefelds „Auftrag“ – von der Auftragsidentifikation über die Auftragsbewertung bis zur Ableitung und Priorisierung konkreter taktischer Ziele.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der risikoorientierten Beurteilung weiterer Lagefelder. Die Tutorials zeigen, wie Einsatzrisiken systematisch identifiziert, hinsichtlich Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß bewertet und mithilfe einer Risikomatrix priorisiert werden. Anschließend wird vermittelt, wie man aus dieser Bewertung geeignete taktische sowie technische / organisatorische Maßnahmen zur Risikosteuerung ableiten kann.
Den Abschluss der ersten Staffel bildet der Entschluss als vierter Schritt des Planungs- und Entscheidungsprozesses für den Einsatz. Die Studierenden lernen, die zuvor entwickelten Leitlinien, taktischen Ziele und Einsatzmaßnahmen zu einer konkreten, chronologisch strukturierten Handlungsoption zusammenzuführen und diese auf Vollständigkeit und Prioritätenkonformität zu überprüfen.
Die neun Folgen von „EB – Zeit für Einsatzlehre“ sind ab sofort über die Videoplattform VIMP der HSPV NRW verfügbar:
Ausblick auf die nächsten Folgen
Mit dem Abschluss des Pilotprojekts ist die Beschäftigung mit der Einsatzlehre jedoch keineswegs beendet. Sechs weitere Folgen befinden sich bereits in Vorbereitung beziehungsweise Konzeption und knüpfen inhaltlich an die bestehende Tutorialreihe an.
Dazu gehört unter anderem ein Interview mit dem „Erfinder“ des Einsatzmodells aus dem Leitfaden 371 zur Eigensicherung und ein dreiteiliger Klausurenkurs, der über die Darstellung einer Lösung hinausgeht: Neben möglichen Lösungswegen werden insbesondere Stolpersteine, typische Fehler und die notwendige Plausibilität zwischen den einzelnen Lösungsinhalten thematisiert. Damit soll den Studierenden nicht nur gezeigt werden, wie eine Aufgabe gelöst werden kann, sondern auch, worauf bei der Bearbeitung besonders zu achten ist und wie die einzelnen Elemente der Lösung schlüssig aufeinander aufbauen.
Die Tutorialreihe verbindet damit theoretische Grundlagen sowie rechtliche und taktische Vorgaben mit einem durchgängigen Praxisbeispiel. Ziel ist es, Studierenden ein nachvollziehbares methodisches Vorgehen an die Hand zu geben, das sowohl bei der Prüfungsvorbereitung als auch für die spätere praktische Tätigkeit im Wachdienst nutzbar ist.
Ein Format mit Perspektive
Die neun Tutorials sind zugleich Teil des neuen, fachübergreifend angelegten Formats „EB – Zeit für Einsatzlehre“. Die Bezeichnung „EB“ greift dabei eine fest etablierte Abkürzung aus dem polizeilichen Funkverkehr auf und steht sinngemäß für „einen Moment bitte“, „eine Sekunde“ oder „warte mal“.
Genau dieser Gedanke steht hinter dem Format: Mit kurzen, fokussierten Videotutorials wird den Studierenden „Zeit für ein Thema“ gegeben – flexibel, digital und für das selbstständige Lernen unabhängig vom regulären Vorlesungsablauf. Die Fachbezeichnung im Titel ist dabei bewusst variabel angelegt. Aus „EB – Zeit für Einsatzlehre“ kann beispielsweise auch „EB – Zeit für Eingriffsrecht“ werden.
Damit versteht sich das Projekt ausdrücklich als Pilot für ein übertragbares Lehr-/ Lernformat. Die Erfahrungen aus der Entwicklung und Umsetzung der Einsatzlehre-Tutorials sollen genutzt werden, um das Format perspektivisch auch für weitere Fächer einzusetzen und dort komplexe Inhalte in kurzen, strukturierten und praxisnahen Videosequenzen aufzubereiten.
Bald auch als Podcast
Die neun Folgen werden in Kürze nicht nur als Videotutorials, sondern auch als Podcast verfügbar sein. Bereits bei der Konzeption und Produktion wurde darauf geachtet, dass die Folgen sowohl visuell als auch im Audioformat funktionieren. So können die Inhalte auch in Situationen genutzt werden, in denen das Anschauen eines Videos nicht möglich ist, beispielsweise auf dem Weg zur Hochschule.
Die Nutzung in beiden Formaten ist dabei Teil des didaktischen Konzepts des Pilotprojekts. Es wird deutlich, wie Inhalte von Beginn an so entwickelt werden können, dass sie für unterschiedliche digitale Lern- und Nutzungssituationen zur Verfügung stehen.
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